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07.08.2026
10:30 Uhr
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Nach 15 Jahren sind die Secure-Boot-Zertifikate abgelaufen, mit denen auch Linux-Bootloader signiert sind. Wir erklären, welche Auswirkungen das auf Linux hat.

UEFI Secure Boot befindet sich im Umbruch. Erstmals seit Einführung der Sicherheitsplattform sind die Zertifikate von Microsoft abgelaufen oder laufen noch vor Jahresende ab. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Windows, sondern auch auf Linux, weil Microsoft aus praktischen Gründen auch die Bootloader der Linux-Distributionen signiert hat. Während Windows noch eine Gnadenfrist bis Oktober 2026 hat, ist das für Linux maßgebliche Secure-Boot-Zertifikat Ende Juni bereits abgelaufen. Das ist kein Grund zur Panik, denn abgelaufen bedeutet nicht automatisch ungültig.
Künftig werden die Linux-Bootloader aber nur noch mit Microsofts neuem Zertifikat signiert. Ob Linux dann noch auf Ihrem Rechner bootet, hängt mitunter davon ab, welche BIOS-Version Sie installiert haben und welche Zertifikate bereits hinterlegt wurden. Auch ob es sich um eine Parallelinstallation neben Windows handelt, spielt eine Rolle; wie das Problem von Windows-Seite angegangen wird, haben wir in der Titelstrecke zu Secure Boot ausführlich beschrieben. Dieser Artikel soll Linux-Anwendern und -Interessenten helfen, sich im aktuellen Secure-Boot-Chaos zurechtzufinden.
Secure Boot soll verhindern, dass jemand den Bootloader oder den Betriebssystemkern, Windows wie Linux, kompromittieren kann. Denn ohne Secure Boot startet das Rechner-BIOS einfach alles, was sich ausführen lässt. Ein Angreifer könnte also Ihren Linux-Kernel gegen einen selbst kompilierten austauschen, der zum Beispiel sämtliche Eingaben und damit all Ihre Passwörter protokolliert – vom Entsperren der Festplatte bis hin zu Ihrem PayPal-Account. Oder eine Backdoor über das Internet öffnet. Automatisch Daten weiterleitet. Die Möglichkeiten sind vielfältig.